top of page

Rückblick: Wissenstransfer in der Frühen Kindheit – Session von Alliance Enfance am Annual Meeting der SSECR

  • Autorenbild: Alliance Enfance
    Alliance Enfance
  • vor 1 Stunde
  • 3 Min. Lesezeit

Im Rahmen der Jahrestagung der Swiss Society for Early Childhood Research (SSECR) am 2. und 3. Februar 2026 in Fribourg gestaltete Alliance Enfance eine halbtägige Session zum Wissenstransfer zwischen Forschung, Praxis und Politik. Die Tagung und die Session widmeten sich dem Thema des Aufwachsens in herausfordernden Kontexten.


Bild: Eigene Darstellung mit Foto von Priscilla Du Preez | unsplash.com
Bild: Eigene Darstellung mit Foto von Priscilla Du Preez | unsplash.com


Das Annual Meeting der SSECR nahm sich dieses Jahr dem Thema "Growing Up in Challenging Contexts" an. Alliance Enfance gestaltete in diesem Rahmen eine halbtägige Session zum Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik (vgl. Programm).


Keynote Speech: Hin zu einer kinderbewussten Gesellschaft

Ausgehend von internationaler Forschung zum subjektiven Kindeswohl schlägt Prof. Dr. Shazly Savahl, Faculty of Social and Behavioural Sciences, Universität Utrecht, Niederlande, Universität Western Cape, Südafrika, einen Rahmen für eine kinderbewusste Gesellschaft vor, in der Kinder legitime gesellschaftliche Akteure und Wissensträger sind.

"Es ist unsere Verantwortung als Forschende, die Forschungsmethoden so weiterzuentwickeln, dass wir uns sinnhaft mit jüngeren Kindern austauschen können." - Prof. Dr. Shazly Savahl

Unter dem Blickwinkel der sozialen Gerechtigkeit zeigt sich, wie Ungleichheiten durch Systeme und Institutionen erzeugt und aufrechterhalten werden und wieso das Kindeswohl vielmehr als in Beziehungen, Kontext und Ethik verankert verstanden werden muss als nur auf der individuellen oder der Entwicklungsebene.

 

Fachinputs zu Frühen Hilfen, die Forschung und die Zusammenarbeit mit Familien in vulnerablen Situationen

Die anschliessende Session von Alliance Enfance zum Wissenstransfer bot weitere Fachinputs zum Thema «Familienzentrierte Vernetzung».


Ilona Renner, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Deutschland, gab eine kurze Einführung in die Frühen Hilfen, die seit 2006 in Deutschland umgesetzt und durch das Nationale Zentrum Frühe Hilfen wissenschaftlich begleitet werden. Zentrales Ziel ist es, die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern, insbesondere aus belasteten Familien, frühzeitig und nachhaltig zu verbessern. Sie ging auf die erforschten Wirkungen der Frühen Hilfen sowohl auf der Ebene einzelner Massnahmen als auch des Gesamtprogramms ein. Dabei machte sie insbesondere auf die unterschiedliche Erreichbarkeit von und Wirkung der Massnahmen auf Familien mit und ohne Armutslage aufmerksam.


Das laufende SNF-Forschungsprojekt «Familien(er)leben in Erwerbsarmut. Perspektiven der Kinder und Eltern» untersucht, wie sich Transformationen des Arbeitsmarkts auf die familiale Lebensführung auswirken und welche Implikationen dies für Erziehung, Fürsorge und das Erleben der Kinder hat. Prof. Dr. Margot Vogel Campanello, Soziale Arbeit, Berner Fachhochschule BFH, gab einen Einblick in die Erfahrungen des Forschungsteams beim Zugang zu den Familien und beim Erfassen ihrer Lebenslagen. Sie zeigte auf, welchen Unterstützungsbedarf Eltern und Kinder formulieren und reflektierte die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis.


Elterliche Praktiken spielen eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Kindes, bereits ab den ersten Lebensjahren. Diese Praktiken variieren jedoch je nach familiärem und sozialem Umfeld und tragen zu Ungleichheiten im Werdegang bei. Darüber hinaus können sie mehr oder weniger mit den von institutionellen Akteuren bevorzugten Praktiken übereinstimmen. Daher wird heute die Bedeutung einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Eltern und institutionellen Akteuren anerkannt, um gemeinsam die Entwicklung aller Kinder von klein auf zu fördern. Dr. Xavier Conus, Departement für Erziehungswissenschaften, Universität Freiburg, zeigte anhand von Untersuchungen der letzten zwölf Jahre im Kanton Freiburg, wie schwierig es sein kann, diese notwendige Zusammenarbeit zu konzipieren, ohne in einen vorschreibenden und stigmatisierenden Diskurs gegenüber Familien in prekären Situationen zu verfallen.


Familienzentrierte Vernetzung zwischen Forschung, Praxis und Politik

In drei interaktiven Workshops diskutierten die Teilnehmenden anschliessend gemeinsam Fragen zur Verbindung von Forschung und Praxis in der familienzentrierten Vernetzung. Ziel war es, Botschaften oder Schlüsselfragen zu erarbeiten, die in der «Final discussion» der Konferenz sowie von der SSECR und Alliance Enfance aufgegriffen werden können. Insbesondere die an der Konferenz neu gegründete Special Interest Group «Reasearch with Families in Vulnerable Situations» wird die Thematik weiter vertiefen und strebt einen regelmässigen Austausch zwischen Forschung und Praxis sowie einen Transfer in die Politik an. Interessierte Forschende und Fachleute aus der Praxis können sich an die SIG-Koordinatorin Veronika Magyar-Haas wenden.


Impressionen


Fotos: Alliance Enfance 2026.



Weiterführende Informationen



bottom of page