Rückblick: Lancierung des erweiterten Orientierungsrahmens für Bildung und Betreuung von Kindern
- Alliance Enfance

- 11. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Nov. 2025
Am 7. November 2025 haben knapp 250 Personen in Bern die Lancierung des erweiterten "Orientierungsrahmen für Bildung und Betreuung von Kindern" gefeiert. Wir werfen einen Blick zurück und in die Zukunft.
Nach gut drei Jahren intensiver Arbeit der drei Autorinnen, der Steuergruppe des Projekts "Orientierungsrahmen 2.0", der Begleit- und der Resonanzgruppe sowie der Geschäftsstelle von Alliance Enfance und vieler weiterer Personen und Organisationen war es am Freitag soweit: Lisa Mazzone, Co-Präsidentin von Alliance Enfance, konnte zur feierlichen Lancierung in der prall gefüllten Aula des PROGR in Bern begrüssen.
Qualitätsdiskussion anstossen
Thomas Jaun, Leiter der Steuergruppe und Vorstandsmitglied von Alliance Enfance, zeigte auf, weshalb es diesen neuen, erweiterten Orientierungsrahmen braucht: Er ist universell anwendbar auf alle Orte, wo Bildung und Betreuung von Kindern stattfinden, erstreckt sich nun bis zu einem Alter von 12 Jahren und nimmt Rücksicht auf die Eigenheiten der Sprachregionen. Dies ist die beste Voraussetzung dafür, neben dem Impuls an die Praxis, auch der politisch bisher kaum stattfindenden Diskussion um die Qualität von Bildung und Betreuung neuen Schwung zu verleihen.
Wahre Teamarbeit
Die drei Autorinnen Annika Butters, Marie Meierhofer Institut für das Kind (MMI), Dominique Golay, Haute école de travail social et de la santé Lausanne HETSL, und Elena Ganzit, Laboratorio di Ingegneria dello Sviluppo Schürch LISS, gaben einen sehr lebhaften und engagierten Einblick in ihre gemeinsame Arbeit am neuen Referenzdokument für Bildung und Betreuung von Kindern. Zentral war, dass jede Sprachversion als neues Original entstanden ist und damit die jeweiligen Eigenheiten der Sprachregion berücksichtigt und abbildet. Das Trio zeigte auf, inwiefern der erweiterte Orientierungsrahmen auf dem Orientierungsrahmen 1.0 (von 2012) aufbaut und wo er von diesem abweicht.
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Perspektiven aus drei Landesteilen
Auch an der Lancierung spielten die Schweizer Landesteile eine grosse Rolle. Für die italienischsprachige Schweiz gab Marco Galli, Leiter des Amtes für Familien- und Jugendhilfe, Kanton Tessin, Einblick in die eindrückliche Implementierung des Orientierungsrahmens 1.0. Mit seinem Votum und seinen Hoffnungen an die Wirkung des neuen Orientierungsrahmens machte er frei nach dem afrikanischen Sprichwort deutlich:
"Um ein Dorf grosszuziehen, braucht es ein Kind." - Marco Galli
Sarah Siegrist, Ressortverantwortliche Pädagogik, und Constanze Cervenka, Leiterin Kita Selnau, zeigten eindrücklich, wie sie die Leitprinzipien und das pädagogische Handeln in die pädagogischen Grundlagen und in den pädagogischen Alltag der stadteigenen Kitas von Zürich einfliessen lassen.
Laurie Willommet, Stadträtin von Vevey, und Fabienne Guinchard Hayward, Leiterin Partenaire Enfance & Pédagogie - PEP, erklärten, wie der Orientierungsrahmen dazu beiträgt, dass Qualität in der Bildung und Betreuung von Kindern systematisch berücksichtigt, mitgedacht und gelebt wird, statt sie dem Zufall zu überlassen. Auch sie sehen dringenden Bedarf und grosses Potenzial, die Ideale des Orientierungsrahmens nach pädagogischer Arbeit von hoher Qualität und damit die Bedürfnisse und Perspektiven der Kinder in die Politik zu bringen.
Im Bereich Qualität aufholen
Diesen Ball aus den drei Sprachregionen griffen Philipp Kutter und Lisa Mazzone, Politiker*innen und Co-Präsident*innen von Alliance Enfance in ihren Schlussvoten gerne auf und plädierten dafür, Bildung und Betreuung von Kindern weniger aus der Perspektive der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und damit aus einer Logik der Wirtschaft zu betrachten, sondern vielmehr aus der Perspektive der Kinder. So sollte nach jahrelangem Fokus auf das Angebot an Bildung und Betreuung nun eine Qualitätsoffensive folgen.
Nationales Referenzdokument für pädagogische Qualität in der Arbeit mit Kindern von 0 bis 12 Jahren - Grundlage für Praxis, Aus- und Weiterbildung und Politik
Die Grundlage dafür ist mit dem erweiterten Orientierungsrahmen gelegt. Die Verbreitung in der Praxis, in der Aus- und Weiterbildung und die Vertiefung in Fokuspublikationen zu spezifischen Themen sind ein Teil davon. Die Steuergruppe des Projekts "Orientierungsrahmen 2.0" wird in der zweiten Projektphase aber auch die genannte Qualitätsoffensive und damit die Übersetzung der Anliegen des Orientierungsrahmens in die politische Arena (auf allen föderalen Ebenen) ins Zentrum rücken.




























