UNESCO-Studie zum Recht auf Vorschulbildung

Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Entwicklung in den ersten Lebensjahren für das gesamte Leben entscheidend ist. In der Studie «Right to pre-primary education: a global study» der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) wird das Recht auf Vorschulbildung in 193 Ländern auf Grundlage der nationalen Rechtsrahmen analysiert. Die Studie zeigt, dass weltweit in rund zwei Drittel der Länder keine gesetzlichen Bestimmungen zur Gewährleistung einer kostenlosen und verpflichtenden Vorschulbildung bestehen.

Foto: Jelleke Vanooteghem / unsplash

Recht auf frühkindliche Bildung

Das Recht auf Bildung ist in verschiedenen internationalen Konventionen enthalten. Überdies wird der Zugang zu qualitativ guter frühkindlicher Bildung und Betreuung auch im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, konkret dem Sustainable Development Goal (SDG) 4.2, gefordert. Dennoch hat weltweit jedes zweite Kind keinen Zugang zu Vorschulbildung. Vom Zugang zu qualitativ hochwertigen Angeboten der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung profitieren Kinder aus benachteiligten Familien am meisten. Denn die frühkindlichen Lernmöglichkeiten verbessern den Bildungserfolg von Kindern aus benachteiligten Familien und erhöhen damit die Chancengerechtigkeit. Folglich ist die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung für die Verwirklichung pädagogischer, sozialer und wirtschaftlicher Rechte elementar.


Globaler Vergleich

Die Studie zeigt, dass nur in wenigen Ländern die frühkindliche Bildung ein klar definiertes Recht darstellt. In 63 Ländern wurden gesetzliche Bestimmungen für eine kostenfreie Vorschulbildung erlassen, in 51 Ländern stellt die Vorschulbildung von Gesetzes wegen eine Pflichtstufe dar. Die Mehrheit der Länder, die die kostenfreie und verpflichtende Vorschulbildung im nationalen Rechtsrahmen aufgenommen haben, befinden sich in Europa, Nord- und Lateinamerika sowie der Karibik. Diese Länder verfügen meist über ein mittleres bis hohes Bruttonationaleinkommen. In einigen Ländern wurden gesetzliche Bestimmungen für besonders schutzbedürftige Personengruppen erlassen – wie bspw. Kinder aus einkommensschwachen Familien oder indigenen Gruppen, Kinder mit Behinderungen – damit diese erleichtert oder vorrangig Angebote frühkindlicher Bildung nutzen können.


Wirkungen

Seit 1999 ist der Anteil Kinder, die von Vorschulbildung profitieren, weltweit gestiegen. Insbesondere Länder mit Gesetzesbestimmungen für eine kostenfreie und verpflichtende Vorschulbildung verzeichnen höhere Steigerungsraten. Die Länderfallstudien zeigten jedoch auch, dass die Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen nicht zwangsläufig zu veränderten Einschreibungszahlen in vorschulische Bildungsangebote führt. Das Wohlbefinden von Kindern gemessen am UNICEF-Index für frühkindliche Entwicklung ist gemäss Studie in Ländern mit gesetzlichen Rahmenbedingungen höher und bestätigt den langfristigen Nutzen frühkindlicher Bildungsangebote in Bezug auf Lernergebnisse und sozio-emotionale Fähigkeiten.


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