Neuer Höchststand bei Misshandlungen von Kindern

Auch im zweiten Pandemiejahr haben die Fälle von Kindsmisshandlungen zugenommen. 2021 gab es mehr psychische Übergriffe und Vernachlässigungen.


Kind von hinten, das Teddy in der Hand hält.
Foto: Pixabay

Die Bilanz der Kinderschutzgruppe und Opferberatungsstelle des Kinderspitals Zürich ist düster. Erneut werden mehr Kinder misshandelt, die Zahl stieg von 592 auf 625 Verdachtsfälle, das sind 33 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2020.


Auffällig: Es gab deutlich mehr psychische Übergriffe und Vernachlässigungen. Die körperlichen Misshandlungen haben leicht abgenommen. Beim sexuellen Missbrauch sind die Zahlen konstant.


Pandemie als Ursache

Der Grund für die Zunahme: Der Ausnahmezustand der Pandemie, der nun schon bald zwei Jahre andauert, setzt Familien psychisch und finanziell unter Druck. Die Kinder zwischen 1 und 4 Jahren leiden stark darunter. Sie sind nach den 5-12-Jährigen die Gruppe, die am häufigsten von den psychischen Übergriffen betroffen sind.


Psychische Gewalt ist ein nationales Problem. Das zeigt auch der aktualisierte «Pro Juventute Corona-Report». Laut Pro Juventute haben Kinder und Jugendliche durch die Pandemie eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für psychische Probleme und verschlechtertes Wohlbefinden. Sie leiden unter anderem an Schlaf- und Appetitlosigkeit oder an Angstzuständen.


Sensibilisierung wirkt

Mit Präventionsmassnahmen und Sensibilisierung für das Thema will man verhindern, dass Betroffene in eine Kinder- oder Jugendpsychiatrie eingewiesen werden müssen. Offenbar haben die Fachleute aber Erfolg, denn heute werden mehr Missbrauchsfälle gemeldet.


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