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Inklusion in der Kindertagesstätte: Wie gelingt frühe Inklusion?

Die gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung ist mit Chancen und Herausforderungen verbunden, die in der Studie «Teilhabe in der Kindertagesstätte TiKi» untersucht werden.


Foto: Dorothea Hochuli, ©heilpädagogik aktuell - HfH (hpa 34)

Ein Beitrag von Matthias Lütolf und Simone Schaub, Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, Zürich


«Jedes Kind, wenn es zusammen mit anderen Kindern ist, dann blüht es auf. Also, da ist es jetzt egal, ob es eine geistige Behinderung hat, eine körperliche Behinderung, das spielt wirklich keine Rolle. Kinder brauchen andere Kinder.» (Zitat von Eltern in der Studie)

Teilhabe ab Geburt ist eine wichtige Voraussetzung für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. In der Schweiz wird die Inklusion im Vorschulbereich noch wenig und regional unterschiedlich realisiert, wobei Bemühungen auf privater und öffentlicher Ebene in den letzten Jahren zu einer verstärkten Öffnung von Angeboten der Frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung führten (Fischer et al. 2021).


Die TiKi-Studie: Wie gelingt frühe Inklusion?

Die Studie untersucht das Gelingen früher Inklusion aus mehreren Perspektiven in einem Mixed Method Design. Eine Befragung von Fachpersonen Betreuung zeigt, dass insbesondere praktische Erfahrungen mit inklusiver Betreuung Einstellungen und Selbstwirksamkeit positiv beeinflussen. Die Beobachtung von Kindern mit und ohne Behinderung zeigt eine hohe Teilhabe am Kitaalltag und gibt Hinweise für die Erweiterung inklusiver Handlungskompetenzen der Fachpersonen. Die Ergebnisse aus den Beobachtungen und der Befragung bilden die Basis für Interviews mit Eltern von Kindern mit Behinderung und Fachpersonen zu Gelingensbedingungen.


Gelingende Inklusion – ein Zusammenspiel aller Beteiligten

Die Studie zeigt, dass sich Einrichtungen und Fachpersonen der FBBE mit dem Thema der Inklusion auseinandersetzen und damit massgeblich zur Umsetzung der Teilhabe ab Geburt beitragen. Für die Realisierung der positiven Einstellungen hin zur Befähigung zur inklusiven Praxis erwiesen sich institutionelle Voraussetzungen wie das Vorhandensein einer inklusiven Konzeption als bedeutsam. Sie gibt Mitarbeitenden und Eltern Orientierung. Zudem erfordert eine gelingende Inklusion das Zusammenspiel aller an der frühkindlichen Bildung beteiligten Fachpersonen aus der Regel- wie auch der Heilpädagogik.


Referenzen

  • Lütolf, M., & Schaub, S. (2017). Integration von Kindern mit Behinderung in der Frühen Bildung. Juristische und empirische Ausgangslage, Aufgaben und Anforderungen. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 23(9), 6-13.

  • Lütolf, M., & Schaub, S. (2019). Soziale Teilhabe von Kindern mit Behinderung in der Kindertagesstätte: Eine Beobachtungsstudie. Frühförderung interdisziplinär, 38(4), 176-190. https://doi.org/10.2378/fi2019.art24d

  • Lütolf, M., & Schaub, S. (2021). Inklusion in der Kindertagesstätte: Eine Mixed-Method-Studie zu Einstellungen und Selbstwirksamkeit von Betreuenden. In P. Klaver (Ed.), Heilpädagogische Forschung: Bildung für Alle. Zürich: Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik. https://digital.hfh.ch/forschungsbericht-2021/

  • Schaub, S., & Lütolf, M. (2023). Attitudes and self-efficacy of early childhood educators towards the inclusion of children with disability in day-care. European Journal of Special Needs Education. https://doi.org/10.1080/08856257.2023.2200106


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