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Digitale Gewohnheiten von Kindern unter drei Jahren und die Auswirkungen auf ihre Entwicklung

Bildschirme und digitale Geräte sind inzwischen fester Bestandteil unseres Alltags und werden von Kleinkindern immer früher genutzt. Wissenschaftliche Beweise zu den möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung müssen allerdings erst noch erbracht werden.


Foto: Stiftung Action Innocence

Ein Beitrag von Estelle Gillioz, Edouard Gentaz und Fleur Lejeune, Labor für sensomotorische, affektive und soziale Entwicklung (SMAS), Fakultät für Psychologie und Erziehungswissenschaften, Universität Genf


Bisheriger Erkenntnisstand

Im Durchschnitt sind Kinder unter drei Jahren Bildschirmen zwischen 30 Minuten und 3 Stunden pro Tag ausgesetzt (Duch et al., 2013). Die pro Tag vor Bildschirmen verbrachte Zeit wird als Zeit betrachtet, die für verschiedene Lernprozesse fehlt und die Entwicklung des Kindes auf verschiedenen Ebenen entsprechend beeinträchtigt, insbesondere auf sprachlicher, kognitiver und sozio-emotionaler Ebene (Gillioz, Lejeune & Gentaz, 2022).


Studie zu den Auswirkungen von Bildschirmen auf die Entwicklung

In dieser Studie werden über einen Online-Fragebogen Daten zu den Bildschirmgewohnheiten der Kinder und ihrer Eltern erfasst. Anschliessend treffen wir die Kinder, um mithilfe von altersgerechten experimentellen Aufgaben (zum Beispiel die Aufgabe mit dem Stift, Warneken & Tomasello, 2006) ihre sozio-emotionalen und taktilen Kompetenzen sowie ihre Aufmerksamkeitsfähigkeit zu beurteilen.


Erste Ergebnisse

Die ersten Daten (N=486) zeigen, dass sich die durchschnittliche Anzahl Bildschirme pro Haushalt auf sieben beläuft und die Kinder im Alter von einem Monat bis drei Jahre pro Woche etwa fünf Stunden Bildschirmzeit aufweisen. Fast alle Eltern bestätigen allerdings, Zeit vor den Bildschirmen zu verbringen, während sich ihr Kind im gleichen Raum befindet. Dadurch wird das Kind den verschiedenen Bildschirmen indirekt ausgesetzt (Gillioz et al., 2022).


Die Auswirkungen dieser Konsumgewohnheiten auf die Entwicklung des Kindes müssen noch untersucht werden. Die Ergebnisse werden im Sommer 2024 erwartet. So können weitere wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema gewonnen werden und es kann ausgehend von der Realität von Familien im 21. Jahrhundert Präventionsmaterial entwickelt werden.


Referenzen

Gillioz, E., Bellucci, T., Borghini, A., Gentaz, É. & Lejeune, F. (2022). Les écrans et les jeunes enfants (0-3 ans) dans un contexte de pandémie de COVID-19 : une enquête en ligne conduite auprès de 486 parents. A.N.A.E., 178, 321-331.


Gillioz, E., Lejeune, F. & Gentaz, É. (2022). Les effets des écrans sur le développement psychologique des très jeunes enfants : une revue critique des recherches récentes. A.N.A.E., 178, 309-320.


Link (open access)



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