OECD-Bericht: Bildung auf einen Blick 2022

Die aktuelle OECD-Publikation «Bildung auf einen Blick 2022» informiert umfassend zum Stand der Bildung und den Strukturen, der Finanzierung und Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme der einzelnen OECD-Länder und Partnerländer. Die diesjährige Ausgabe befasst sich mit der Qualität der Lernergebnisse, mit den politischen Ansatzpunkten und Bedingungen dieser Bildungsergebnisse sowie mit den individuellen und gesellschaftlichen Erträgen der Investition in Bildung.

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Die weltweite Coronapandemie (Covid-19) hat sich stark auf das Angebot der Frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) ausgewirkt. Weltweit kam es zu Schliessungen und Pausierungen von Institutionen. Der Fortbestand von Angeboten und die Beteiligungsquoten kleiner Kinder wurden gefährdet.


Beteiligungsquoten in den OECD-Ländern an der FBBE

In den OECD-Ländern nehmen laut dem OECD-Bericht im Durchschnitt über vier Fünftel (83%) der Kinder zwischen 3 und 5 Jahren an FBBE teil. 27% der unter 2-Jährigen beteiligen sich im Durchschnitt der OECD-Länder bereits an der FBBE.


Zwischen den einzelnen OECD-Ländern gibt es im Hinblick auf die Qualität der FBBE-Angebote und deren Nutzung durch die Kinder und Familien grosse Unterschiede. Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland, Israel, Norwegen, Spanien und das Vereinigte Königreich haben die höchsten Beteiligungsquoten von 3- bis 5-Jährigen an FBBE-Angeboten und im Primarschulbereich. In Saudi-Arabien, der Schweiz und der Türkei beträgt die Bildungsbeteiligung höchstens 50%. Folgendes könnten Gründe für diese tieferen Beteiligungsquoten sein: Die tiefe Anzahl an Plätzen, die mangelnde Bekanntheit der Angebote im Bereich der FBBE, die unzureichende öffentliche Abdeckung sowie die hohen Kosten für die Settings der Einrichtungen. Aufgrund des föderalen Systems der Schweiz und dem hohen Mass an Autonomie bei der Organisation von FBBE, gibt es grosse Unterschiede zwischen den Regionen mit der höchsten (86%) und der niedrigsten (38%) Beteiligungsquote von 3- bis 5-Jährigen. Dies geht einher mit der überwiegend privaten Organisation der FBBE (v.a. in der Deutschschweiz) und dem unterschiedlichen Einschulungsalter in den Kindergarten je nach Kanton.


Aussicht auf bessere Bildungserfolge dank der FBBE

Hochwertig organisiertes Lernen in jungem Alter treibt die emotionale und koginitve Entwicklung an und fördert die Lernerfolge und das Wohlergehen von Kindern. Dies wirkt sich auf die Bildungserfolge aus. Insbesondere Kinder mit sozioökonomisch benachteiligtem Hintergrund profitieren von der FBBE, da sie ihnen Gelegenheiten verschafft, welche sie in ihrem häuslichen Lernumfeld nicht erhalten.


Beteiligung der Eltern am Erwerbsleben

Die Teilnahme von Kindern an der FBBE wirkt sich auch auf den wirtschaftlichen Wohlstand und das Wachstum aus, da die Eltern bessere Möglichkeiten zur Beteiligung am Erwerbsleben haben. Hochwertige FBBE-Angebote verbessern zudem die Work-Life-Balance von Eltern. Die Politik ist aufgrund dieser Fakten motiviert, Angebote zur Frühen Förderung zu schaffen, Massnahmen zur Qualitätserverbesserung von FFBE-Angeboten zu ergreifen und für Chancengerechtigkeit zu sorgen. Die Wahrscheinlichkeit der Teilnahme an den Angeboten der FBBE hängt vom Hintergrund und Einkommen der Familien ab. Dies vor allem bei Angeboten für Kinder unter 3 Jahren, für die die Familien die Kosten tragen.



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