Statistischer Bericht 2021: Familien in der Schweiz

In 29% der insgesamt rund 3.8 Mio. Privathaushalte in der Schweiz leben Kinder unter 25 Jahren. Bei 13% der Familienhaushalte mit Kindern handelt es sich um Einelternhaushalte. Rund 49% der Kinder unter 25 Jahren leben in einem Haushalt ohne Migrationshintergrund. Einelternhaushalte sowie Paarhaushalte mit drei oder mehr Kindern erreichen den niedrigsten Lebensstandard.


Familie
Foto: Juliane Liebermann / unsplash

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Insbesondere bei Paarhaushalten mit Kleinkindern bestehen grosse Diskrepanzen zwischen der vorgestellt besten und tatsächlichen Aufteilung der Arbeitszeit. Denn trotz Präferenz (46%) für eine Teilzeit-Erwerbstätigkeit beider Elternteile, arbeiten nur in 10% der Paarhaushalte mit Kindern unter vier Jahren beide Elternteile in einem reduzierten Pensum.


Familienergänzende Kinderbetreuung

In der Schweiz werden rund 71% der Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren familienergänzend betreut. 34% der unter 4-Jährigen werden in institutionellen Angeboten der familienergänzenden Kinderbetreuung wie Kindertagesstätten betreut. Rund 40% der unter 4-Jährigen werden wöchentlich, teils in Kombination mit anderen Betreuungsformen, von den Grosseltern betreut. Die Verfügbarkeit von Betreuungsangeboten, die Haushaltszusammensetzung, die Erwerbsbeteiligung und Herkunft der Eltern beeinflussen die Inanspruchnahme familienergänzender Kinderbetreuung. Alleinerziehende nehmen grundsätzlich häufiger externe Lösungen der Kinderbetreuung in Anspruch. Tendenziell werden Kinder mit einer nord- oder westeuropäischen Nationalität etwas häufiger familienergänzend betreut als Kinder mit einer südeuropäischen oder sonstigen Staatsangehörigkeit.


Lebensstandard und Wohlbefinden

Der Lebensstandard eines Haushalts wird durch die Anzahl erwerbstätiger Personen, die Anzahl Kinder, das Alter des jüngsten Kindes und den Bildungsstand der Eltern beeinflusst. Die finanzielle Situation von Einelternhaushalte ist tendenziell prekär, so gelten rund 28% der Personen in Einelternhaushalten als armutsgefährdet. Einelternhaushalte sind vergleichsweise häufiger von Zahlungsrückständen und oftmals von Einkommensarmut betroffen. Rund ein Fünftel der Einelternhaushalte erhalten Leistungen der Sozialhilfe. Bei rund 29% der Sozialhilfebeziehenden handelt es sich um Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Darüber hinaus wirkt sich die familiäre Situation auf das subjektive Wohlbefinden und die Gesundheit aus.


Weitere Informationen: